Deine Stimme gegen Armut

Gesundheitsversorgung im Rhein-Main Gebiet

Dr. Eugen Becker (Apotheker & freier Journalist)

Dr. Eugen Becker (Apotheker & freier Journalist)

Das Rhein-Main Gebiet ist die drittgrAi??AYte Metropolregion und stellt eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Deutschlands dar. Je nachdem, wo die Grenzen gezogen werden, leben hier cirka fA?nf Millionen Menschen auf etwa 11.000 Quadratkilometern in gut 400 Gemeinden. Rund 2,2 Millionen ArbeitsplAi??tze sind in der Region vorhanden.

Im Folgenden stelle ich exAi??emplarisch drei vAi??llig unAi??terschiedliche InstitutioAi??nen, bzw. Initiativen aus der Region vor, die bedeuAi??tende BeitrAi??ge zum TheAi??maAi?? ai??zRegionale GesundAi??heitsversorgungai??? leisten und, wie im Falle des ersAi??ten Beispiels, auch bundesAi??weite Bedeutung besitzen:

Die deutsche Apothekerschaft hat eine vorbildhafte Einrichtung in der Region Rhein-Main geschaffen: Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) in Eschborn.

Das ZL ist der Partner der Apotheken fA?r alle QualiAi??tAi??tsfragen zu ArzneimitAi??teln und apothekenA?bliAi??chen Waren. InsbesondeAi??re obliegen dem ZL die SiAi??cherstellung der QualitAi??t von Arzneimitteln und die FAi??rderung der pharmazeuAi??tischen Wissenschaft und Forschung. In regelmAi??AYiAi??gen AbstAi??nden werden auf dem deutschen Markt zuAi??gelassene Arzneimittel auf ihre QualitAi??t A?berprA?ft. Bei diesen vergleichenden Untersuchungen zeigt sich immer wieder, dass die Arzneimittel in der legalen Vertriebskette den hAi??chsten QualitAi??tsansprA?chen entsprechen.

Nicht nur Fertigprodukte sondern auch AusgangsAi??stoffe und Packmittel werAi??den im ZL auf ErfA?llung der gA?ltigen QualitAi??tsstanAi??dards getestet. Auf der Basis seiner langjAi??hrigen Erfahrung ist das ZL maAYgeblich an der Entwicklung von analytischen Methoden zur PrA?fung von Arzneimitteln und Identifizierung von unbekannten Zersetzungsprodukten beAi??teiligt.

Zum Wohle des VerbrauAi??chers werden zudem zahlAi??reiche Untersuchungen zur Dosiergenauigkeit und Vergleichbarkeit von ArzneimittelnAi?? durchgefA?hrt. Jede Apotheke hat die MAi??glichkeit Arzneimittel, NahrungsergAi??nzungsmittel aber auch Salben, Cremes und FlA?ssigkeiten auf nicht deklarierte Inhaltsstoffe untersuchen zu lassen. Durch diese MAi??glichkeiten wurden schon einige gefAi??hrliche und gesundheitAi??lich-bedenkliche Mittel entAi??larvt: so enthielt z.B. ein ai??znatA?rlichesai??? Schlankheitsmittel, welches A?ber privaAi??te KanAi??le und im Internet zu horrenden Preisen verAi??trieben wurde, eine rezeptAi??pflichtige Substanz mit erAi??heblichen gesundheitlichen Nebenwirkungen.

Das ZL A?berprA?ft experiAi??mentell beanstandete Ausgangsstoffe, FertigarzAi??neimittel undAi?? apothekenAi??A?bliche Waren im Auftrag der ArzneimittelkommissiAi??on der Deutschen ApotheAi??ker (AMK)1.

Eine Meldung der AMK: ai??zLi-Da SchlankheitskapAi??seln - Aus einer Apotheke erhielten wir die umsichtiAi??ge Einsendung von Schlankheitskapseln, die von Patienten A?ber das InAi??ternet bezogen wurden, laut Herstellerangabe als NahrungsergAi??nzungsmitAi??tel bezeichnet werden und Pflanzenextrakte zur ai??zVerAi??ringerung von FettablageAi??rungenai??? enthalten sollen. Auf Ersuchen der AMKAi?? hat das ZentrallaboratoriAi??um Deutscher Apotheker die Schlankheitskapseln untersucht und den verAi??schreibungspflichtigen Arzneistoff Sibutramin festgestellt.

Sibutramin ist ein AppetitzA?gler, der als Mittel der letzten Wahl zur arzneilichen Behandlung der Adipositas verwendet wird. Sibutramin hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin im Gehirn und erzeugt so ein SAi??ttiAi??gungsgefA?hl. In DeutschAi??land ist dieser Wirkstoff nur in einem einzigen verAi??schreibungspflichtigen Fertigarzneimittel enthalAi??ten. In der Vergangenheit sind die in chinesischen Schlankheitskapseln geAi??fundenen WirkstoffmenAi??gen fast doppelt so hoch gewesen wie die in Deutschland zugelassene hAi??chste Einzeldosis.

FA?r Sibutramin bestehen vielfAi??ltige AnwendungsAi??verbote und NebenwirkunAi??gen, die eine Ai??rztliche A?berwachung dringend erAi??forderlich machen. Hierzu zAi??hlen insbesondere kliAi??nisch bedeutsame BlutAi??drucksteigerungen, HerzrhythmusstAi??rungen und in EinzelfAi??llen die AuslAi??sung von Myokardinfarkten. WAi??hrend SchwangerAi??schaft und Stillzeit ist SiAi??butramin kontraindiziert. GefAi??hrliche WechselwirAi??kungen kAi??nnen auch bei der gleichzeitigen EinnahAi??me von Psychopharmaka entstehen.

“Wie bereits in unserer letzten Mitteilung zu chinesischen Schlankheitskapseln (Pharm. Ztg. Nr. 31, vom 2. August 2005, Seite 67) weist die AMK darauf hin, dass der Handel mit den genannten Produkten nach dem Arzneimittelgesetz ein Straftatbestand ist, der mit Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe geahndet werden kann.ai??? ( Aus ai??zPharmazeutische Zeitungai???Ai?? Nr. 07 aus 2006, AMK Meldung )

Das ZL beantwortet AnfraAi??gen zu Problemen und Aufgabenstellungen der tAi??glichen Apothekenpraxis, wie Verdachtsproben auf Corticosteroide, Rausch- und Suchtmittel, ArzneimitAi??telfAi??lschungen oder ungewAi??hnliche VerunreinigunAi??gen wieAi?? SchwermetallAi??spuren. Stellt eine ApotheAi??ke in Deutschland bei der tAi??glichen Arbeit oder der durch die ApothekenbeAi??triebsordnung vorgeschrieAi??benen stichprobenartigen PrA?fung aller eingehenden Fertigarzneimittel eine BeAi??sonderheit, einen Fehler fest — oder treten sonstige Reklamationen von ArzneiAi??mitteln durch Patienten auf, werden diese durch die Apotheke an die AMK gemeldetAi?? und, sofern es sich um analytische Frage-stellungen handelt, an das ZL weitergeleitet, welches dann die adAi??quaten MaAYnahmen ergreift: Wird z.B. festgestellt, dass in einer Charge eines MedikaAi??mentes die Beipackzettel fehlerhaft sind, dann wird umgehend - durch die FachAi??medien - dieser FehlerAi?? alAi??len deutschen Apotheken sowie den betroffenen Hersteller mitgeteilt und die erforderlichen MaAYnahmen eingeleitet, wie z.B. RA?ckruf der gesamten betroffenen Charge. Aktuell fA?hrt das Zentrallabor (ZL) bundesweite Ringversuche durch, die die QualitAi??t der individuell in Apotheken hergestellten Rezepturarzneimittel beurteilen. Die Bundesapothekerkammer empfiehlt allen Apotheken die Teilnahme. Die teilnehmenden Apotheken erhalten bei erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat, was die A?bereinstimmung der hergestellten Rezeptur mit den gA?ltigen QualitAi??tsstandards bestAi??tigt.

Es kAi??nnen auch die in der Apotheke angeboteAi??nen Messverfahren (wie Blutzuckerbestimmung, HbA1C Werte, Leberwerte usw.) auf ihre Genauigkeit hin A?berprA?ft werden. FA?r den Verbraucher, d.h. Patienten, wAi??re es ein einAi??deutiges QualitAi??tsmerkAi??mal einer Apotheke, wenn Apotheken die QualitAi??t der selbsthergestellten Arzneimittel durch regelmAi??AYiAi??ge, stichprobenartige UnAi??tersuchungen eines zertifizierten Labors, wie die des ZL, belegen und ihren Kunden dokumentieren kAi??nnten. Dies erscheint umso mehr geboten, weil fA?r die Apotheke im Gegensatz zum pharmazeutischen Industriebetrieb keine besondere Herstellungserlaubnis und kein QualitAi??tsmanagementsystem vom Gesetzgeber aus zwingend vorgeschrieben sind.

Immerhin stellen DeutschAi??lands Apotheken jAi??hrlich zwischen 15 und 25 MillioAi??nen Rezepturarzneimittel in Form von Salben, KapAi??seln, Pulvern und InfusiAi??onslAi??sungenAi?? vor allem im Bereich der Dermatologie, der Onkologie sowie in der HNO-Heilkunde her.Ai?? Im Ai?? 55 Abs. 8 des ArzneimittelAi??gesetzes (AMG), heiAYt es : “Arzneimittel dA?rfen nur hergestellt und zur Abgabe an den Verbraucher im Geltungsbereich dieses Gesetzes in den Verkehr gebracht werden, wenn die in ihnen enthaltenen Stoffe und ihre DarreichungsforAi??men den anerkannten pharmazeutischen Regeln entsprechen”.

Hier sind klare Standards fA?r die HerstellungsprozesAi??se, als auch fA?r die hygieAi??nischen Bedingungen im Rahmen der SelbstherstelAi??lung zu setzen und deren Einhaltung zu belegen. An dieser Stelle kAi??nnte und mA?sste die Apotheke ihre pharmazeutischeAi?? Kompetenz, die an dieser Stelle auch als hervorragendes Kundenbindungsinstrument aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn macht, sehr viel deutlicherAi?? demonstrieren als es heute noch geschieht.

Als eine zweite beispielhafte Institution, die fA?r den Kontakt des Apothekers zu besonders engagierten Patienten in seinem UmfeldAi?? von enormer Bedeutung ist, mAi??chte ich dieAi?? Kontakt und Informationsstellen fA?r Selbsthilfe (KISS) an dieser Stelle vorstellen. Der Zusammenschluss von Patienten, die von bestimmten Leiden betroffen sind, macht deutlich welche gesundheitlichen Probleme in der jeweiligen Region besondere Bedeutung und Gewichtung haben. Der Leidensdruck einer Patientengruppe findet in diesen Organisationen seinen sichtbaren Ausdruck. Der gesundheitspolitische Auftrag des Apothekers verlangt geradezu, die Kooperation mit den Selbsthilfegruppen aktiv zu suchen und mitzugestalten. Seine pharmazeutische Kompetenz ist hier genau so sehr gefragt wie genauso oft auch vermisst - leider. Die Patienten der Selbst-hilfegruppen sind dankbar fA?r jede seriAi??se und fachkundige Hilfe. Der Apotheker kann sich und seine Apotheke, d.h. insbesondere auch seine leitendenAi?? Mitarbeiter zu geschAi??tzten GesprAi??chspartnern etablieren, was sich letztendlich als hervorragende Kundenbindungsstrategie auch betriebswirtschaftlich positiv auszahlt. Die KISS Stellen unterstA?tzen alle Initiativen von Fachleuten, die den von ihnen betreuten Selbsthilfegruppen von Nutzen sind. Die Apotheker sollten hier aktiv den Kontakt zu den KISS suchen und ihr Leistungsportfolio vorstellen. Der Beruf des Apothekers kann seine Bedeutung fA?r dieAi?? regionale Gesundheitsversorgung und damit auch seine Existenzberechtigung kaum besser demonstrieren. FA?r diese AktivitAi??ten ist dieAi?? Berufsgruppe der Apotheker,Ai?? geradezu prAi??destiniert und leistet fA?r einen Berufsstand, der sichAi?? als Heilberufler versteht, mehr als esAi?? marktschreierische RabattaktionenAi?? vermAi??gen. Der Apotheker erhAi??lt fA?r seine AktivitAi??ten vielfAi??ltige UnterstA?tzung von der Pharmazeutischen Industrie in Form von Materialien und Manpower. Er steht also nicht als EinzelkAi??mpfer da.

Er muss nur die Initiative ergreifen, da er seine Kunden und Patienten, seine regionalen Besonderheiten besser als jeder andere kennt. Die regionalen ReprAi??sentanten der Pharmaindustrie warten nur auf die Chance den intensiven Kontakt zu ihrem ai??zEndkundenai??? zu finden. Die gesunde Balance zu finden zwischen den, natA?rlicherweise vorhandenen geschAi??ftlichen Interessen der Industrie, und den, natA?rlicherweise vorhandenen ernsten gesundheitlichen Patienten-interessen, ist eine nicht immer einfache Aufgabe des Initiators. Sie ist aber mit dem pharmazeutischen Sachverstand eines Apothekers immer zu lAi??sen. Die positiven Ergebnisse lohnen den Aufwand allemal.

Die Veranstaltung ai??zGesundheitstage Rhein-Naheai??? in den Jahren 1998 - 2001, deren Initiator und Organisator der Autor dieses Beitrages war,Ai?? im Landkreis Mainz-Bingen, also noch am Ai??uAYersten Rande des Rhein-Main Gebietes, war charakterisiert durch eine Symbiose von Unternehmen aus der PharmaindustrieAi?? - als zahlende Teilnehmer -Ai?? und Selbsthilfegruppen, die die Besucher A?ber ihre Arbeit, ihre Leiden und Probleme informierten. Zum Gelingen der Veranstaltung trug ganz wesentlich die UnterstA?tzung der KISS in Mainz bei. Bei den dritten Gesundheitstagen Rhein-Nahe war die Bekanntheit schon bis ins Gesundheitsministerium Mainz vorgedrungen, welches folgerichtig in der Person des damaligen Ministers auch die Schirmherrschaft der Veranstaltung A?bernahm.

Der groAYe Erfolg dieser Veranstaltung in der BevAi??lkerung und bei den Veranstaltungsteilnehmern bewies die Richtigkeit dieses Konzeptes. Solche Veranstaltungen bringen das Thema ai??zGesundheitai??? im regionalen Umfeld einer oder mehreren Apotheken zusammen mitAi?? ansAi??ssigen Ai??rzten, Therapeuten und den anderen Leistungserbringern der Branche,Ai?? der BevAi??lkerung nahe und vermitteln einen Teil des Wissens, welches fA?r einen mA?ndigen Patienten notwendig ist. Auch fA?r Krankenkassen dienen Gesundheitstage als Plattform, um in Kontakt zu ihren Mitgliedern und natA?rlich auch zu ihren Noch-Nicht-Mitgliedern zu treten. In zahlreichen regionalen Gesundheits-tagen findet dieses Kon-zept erfreulicherweise seit-her seine Nachahmer. Frau Christiane Gerhardt, Leiterin der KISS Mainz, sagt in ihren KISS NEWS zum 15 jAi??hrigen Bestehen der KISS:

ai??zUnser Motto ai??zgemeinsam statt einsamai??? ist fA?r uns ein Grundsatz, derAi??Ai?? unsere Arbeit von Beginn an prAi??gt. Als Ansprechpartner fA?r Menschen mitAi??Ai??Ai?? Handicap und fA?r Professionelle aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich fAi??rdern wir den Gedanken, dass sich Betroffene zu Gruppen zusammenschlieAYen kAi??nnen und voneinander lernen. Dabei unterstA?tzen wir in allen organisatorischen, thematischen und fachlichen Angelegenheiten,Ai?? und werden dies auch weiterhin in Zukunft mit viel Engagement tun. FA?r das entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns bei Ihnen.ai???

AbschlieAYend stelleAi?? ich noch eineAi?? Initiative fA?r Ai??ltere Menschen in Wiesbaden vor: In der hessischenAi??Ai?? Landes-hauptstadtAi?? istAi?? eine Beratungsstelle fA?r selbststAi??ndiges Leben im Alter eingerichtet worden, die sich in 8 verschiedenen Stadtbezirken mit eigenen Beratungsstellen prAi??sentiert. Die Beratungsstellen arbeiten intensiv mit den Diensten und Einrichtungen der Altenarbeit und des Gesundheitswesens in Wiesbaden zusammen und unterstehen dem Amt fA?r Soziale Arbeit. Dieser regionalisierte soziale Dienst der Stadt Wiesbaden unterstA?tzt und berAi??t Wiesbadener BA?rgerinnen und BA?rger ab 60 Jahren in allen Fragen, die mit dem Ai??lterwerden zusammenhAi??ngen. Angesichts der demographischen Entwicklung der BevAi??lkerung eine mehr als begrA?AYenswerte Initiative. Die UnterstA?tzung bezieht sich nicht nur auf Fragen der hAi??uslichen Pflege und Versorgung, wenn auch hier die Schwerpunkte liegen, sondern und das ist besonders wichtig, auch auf Angebote zu Bildung und allen anderen AktivitAi??ten im Alter. Die AngehAi??rigen werden in die Beratung mit einbezogen. AngehAi??rigenintegration ai??i?? eine wichtige und unbedingt notwendige, genauso wie hAi??ufig vernachlAi??ssigte MaAYnahme, um erfolgreiche Beratungsarbeit zu leisten.

2Ai??Ai??Ai?? Die Beratung wird fA?r die angesprochenen BA?rgerinnen und BA?rger A?brigens kostenlos angeboten. EineAi?? sinnvolle Verwendung von Steuergeldern.Ai??Ai??Ai?? Sinn und Zweck der Initiative ist es auch, die LebensqualitAi??tAi?? Ai??lterer Menschen in ihrem sozialen Umfeld zu gewAi??hrleisten oder zu schaffen. Der BegriffAi?? der ai??zLebensqualitAi??tai??? ist individueller Natur und kann nur von jedem Betroffenen fA?r sich selbst zufrieden stellend definiert werden. Andere kAi??nnen und dA?rfen im Sinne des Betroffenen nur Hilfestellung anbieten und leisten. Die Generation 30- kann nicht die Kriterien einer LebensqualitAi??t fA?r die Menschen 60+ vorschreiben. Beide Gruppen kAi??nnen sie jedoch gemeinsam erarbeiten. Leider handelt es sich hier um eine Idealvorstellung, die in der RealitAi??t eines Gemeinwesens so nicht anzutreffen ist. Umso mehr sind Initiativen zu begrA?AYen die, jenseits vom harten Kommerz,Ai?? versuchen Menschlichkeit im Umgang der Generationen miteinander zu pflegen, um sich dem Ideal zu nAi??hern. Die Kooperation mitAi?? mobilen Diensten und Einrichtungen der Altenarbeit im Stadtteil, sowie Ai??rzten, KrankenhAi??usern, Reha-Einrichtungen, Kranken- und Pflegekassen bewirkt effizientes Arbeiten zum Wohl der Zielgruppe. Die Schnitt-stellen zum Apotheker sindAi?? evident. Die Apotheke vor Ort sollte nicht nur durch das passive Auslegen von FlyernAi?? Interesse bekunden, sondern sich selbst aktiv in das Geschehen einbringen. Speziell geschulte Mitarbeiter kAi??nnen diese Aufgaben in und auAYerhalb der Apo-thekenoffizin A?bernehmen. Diese drei exemplarisch fA?r die Region Rhein-Main vorgestellten Beispiele zeigen, welche noch nicht oderAi??Ai?? ungenA?gend genutzten Potenziale zur VerfA?gung stehen, womit der ApothekerAi?? als regional kompetenter und gesuchter GesprAi??chspartner in Gesundheitsfragen auftreten kann. Die Apothekerschaft muss ihre Rolle im Gesundheitswesen unseres Gemeinwesens noch mehr nach auAYen hin demonstrieren und Kontakte zu den Gruppen und Initiativen in ihrenAi?? Regionen aktiv pflegen. Die AktivitAi??ten mA?ssen sich natA?rlichAi?? auf bestimmte PatientengruppenAi?? beschrAi??nken und konzentrieren. Die PrAi??senzapotheke vor Ort hat fA?r die Arbeit in diesen Netzwerken hervorragende Karten. Sie mA?ssen aber gezogen werden. Erfolgreich sind diejenigen, die es ver-stehen in Netzwerken zu denken und zu agieren. Solche Beispiele demonstrieren sehr gut, dass regionale Konzepte in der Gesundheitsversorgung hohe QualitAi??t und Effizienz besitzen.Ai?? Die Initiativen kAi??nnen nur aus der Re-gion kommen, wenn sie auf die Anforderungen und BedA?rfnissen der dort lebenden Menschen optimal abgestimmt sein sollen - und nicht aus Berlin. Dort kAi??nnen nur die Rahmenbedingungen geschaffen werden, welcheAi?? regionale AktivitAi??ten unterstA?tzen oder auch Hindernisse beseitigen helfen. Es ist mir nur zu gut bewusst, zahlreiche andere interessante Projekte und AktivitAi??ten nicht angesprochen zu haben.

1 Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) ist ein Fachausschuss der Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbAi??nde (ABDA). Nach der Apothekenbetriebsordnung sind Apotheken verpflichtet, bei Verdacht auf QualitAi??tsmAi??ngel ihre A?berwachungsbehAi??rde zu informieren. Da die Apotheke aber oft nicht feststellen kann, ob es sich um einen Herstellungsfehler handelt, werden VerdachtsfAi??lle parallel an die AMK gemeldet. Die AMK erfasst diese Meldungen der Apotheken zur ArzneimittelqualitAi??t und -sicherheit, untersucht das Arzneimittel im eigenen Zentrallabor und gibt die Information im Rahmen des Stufenplanverfahrens an die BundesbehAi??rden weiter. Die AMK verfA?gt A?ber ein Informationssystem, mit dem innerhalb weniger Stunden bedenkliche Arzneimittel bundesweit aus den Apotheken zurA?ckgerufen werden kAi??nnen.

2 Wolfgang George (Hrsg.): Evidenzbasierte AngehAi??rigenintegration,Wolfgang George (Hrsg.): Evidenzbasierte AngehAi??rigenintegration. Pabst Science Publishers (Berlin, Bremen, Miami, Riga, Rom, Viernheim, Zagreb) 2005. 205 Seiten. ISBN 978-3-89967-170-4

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.